Der ›Freundschaftsbund deutscher Studenten an der Universität zu Köln – Ascania‹,
ihr Namensgeber, wurde hingegen erst im Folgejahr von Ex-Marineoffizier Willy Stader
gegründet. Die Ascania gewann schnell an Zuwachs und wurde durch die Fusion mit der
Rheno-Asgardia noch stärker. Die ersten Jahre nach der Gründung verliefen für die
Ascania so gut, dass sie sich schon bald dazu entschloss, einem Dachverband
beizutreten. Dieses Bestreben ging von der Überlegung aus, den Ascanen auch im Falle
eines Studienortwechsels die Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung zu
ermöglichen, die in ihren Prinzipien denen der Ascania entsprach. Ein solcher
Dachverband wurde im Verband Deutscher Burschen (VDB) gefunden, dem die Ascania 1922
erst als außerordentliches und 1923 dann als ordentliches Mitglied beitrat. Im Zuge
des Beitritts benannte sie sich unter Beibehaltung der bisherigen Prinzipien von
›Freundschaftsbund‹ in ›Burschenschaft‹ um.
Zwei Fusionen lassen die Ascania in den Vorkriegsjahren gedeihen
1924 gründete sich die Freie Kölner Burschenschaft Karolingia und trat 1931 dem VDB
bei, mit dessen Mitgliedsverbindungen sie schon seit 1928 in Kontakt gestanden hatte.
Allerdings erfolgte der Beitritt unter der Prämisse, dass die Karolingia schon bald
mit einem der anderen Kölner VDB-Bünde – der Burschenschaft Baldur oder der
Burschenschaft Ascania – fusionieren würde. Vor die Wahl gestellt, entschied sich die
Karolingia für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit der Ascania, in der sie
bereits im Sommer 1931 aufging. Auch mit der Hilfe der zwei Fusionen in den
Anfangsjahren gelang es der Ascania, in der Vorkriegszeit zu einer deutschlandweit
angesehenen Verbindung zu avancieren.
Im Zuge der Gleichschaltung muss sich die Ascania auflösen
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 erfuhr das stetige Wachstum der
Ascania ein abruptes Ende. Das Gleichschaltungsbestreben der NSDAP wirkte sich auch
auf studentische Vereinigungen aus, die fortan im nationalsozialistischen deutschen
Studentenbund (NSDStB) zusammengefasst werden sollten. Um das zwangsläufige Aufgehen
im NSDStB zu verhindern und einer Zwangsenteignung zu entgehen, löste sich die
Ascania im Wintersemester 1933/34 auf. Obwohl der einige Jahre später ausbrechende
Zweite Weltkrieg viele Ascanen an die unzähligen Kriegsschauplätze in ganz Europa
zitierte, brach der Kontakt untereinander durch regen Briefwechsel niemals gänzlich
ab.
Die Fusion mit der Rhenania bringt der Ascania eine neue Aktivitas
Bereits vier Jahre nach dem Krieg versammelten sich 31 Alte Herren der Ascania zu
einer Wiedersehenskneipe und fassten den Entschluss, die Ascania neu aufleben zu
lassen. Allerdings wollte man keine neue Aktivitas gründen, sondern eine bestehende
Aktivitas ohne Altherrenschaft finden, die sich der Ascania anschließen sollte. Nach
einigen Jahren des vergeblichen Suchens wurde die Ascania schließlich bei der
Studentischen Verbindung Rhenania fündig, die der Ascania größtenteils in ihren
Prinzipien entsprach. Auch auf persönlicher Ebene verstanden sich Ascanen und
Rhenanen sehr gut, sodass es bereits im Juni 1953 zu einer Fusion der Altherrenschaft
der Ascania und der Aktivitas der Rhenania kommt, die das Fortbestehen der Ascania
nach der temporären Auflösung sicherte. Untermauert wurde die neugewonnene Stärke
auch durch die Gründung eines Hausbauvereins sowie durch die Fertigstellung des
Ascanenhauses in der Zülpicher Straße 35 im Oktober 1968. Auch trat die Ascania
wieder Dachverbänden bei: zunächst dem erneut gegründeten VDB, anschließend dem
Deutschen Burschenring (DBR) und danach dem Deutschen Wissenschafter-Verband (DWV).
Allerdings konnte keiner der genannten Dachverbände die Erwartungen im Sinne eines
aktiven Zusammenschlusses mehrerer Verbindungen erfüllen, sodass die Ascania seit
1971 wieder verbandsfrei ist. Doch auch ohne Dachverband entwickelte sich die Ascania
stetig, pflegt Kontakte mit befreundeten Verbindungen und kann heute zuversichtlich
ihrem hundertjährigen Bestehen entgegenblicken.